YouTube Facebook kulula.com
Home Allgemeines Heute TUI, morgen Schule – Ein Tag an der BBS 14
Alina
formats

Heute TUI, morgen Schule – Ein Tag an der BBS 14

Pausenklingel, Schulhof, Klassenarbeiten. Das gehört zu einer Ausbildung genauso dazu, wie das Arbeiten im Betrieb. Da wir (wie die meisten anderen Azubis auch) unsere Ausbildung an zwei Lernorten absolvieren, besuchen wir als Azubi auch regelmäßig die Schule, genauer gesagt die Berufsbildende Schule (kurz BBS). Im ersten Ausbildungsjahr zwei Tage die Woche , im zweiten und dritten Jahr einmal die Woche. Unsere Berufsschule ist die BBS 14 für Büro- und Freizeitberufe. Im Großen und Ganzen kann man den Schulalltag dort mit dem an jeder anderen Schule vergleichen.

Aber was wird an der Schule eigentlich unterrichtet, werden sich einige von euch jetzt fragen.

An der BBS haben wir Unterrichtsfächer auf dem Stundenplan stehen, die jedem bekannt vorkommen – Politik, um aktuelle Themen aufzuarbeiten und um etwas über Arbeitsgesetzte jeder Art zu lernen. Deutsch und Englisch durften im ersten Schuljahr auch nicht fehlen. Dort haben wir unter anderem gelernt wie man richtig Geschäftsbriefe schreibt (auf Deutsch und Englisch!). Aber auch Religion wurde im ersten Schuljahr unterrichtet. Da wird jetzt im zweiten Schuljahr nur noch einen Tag Berufsschule haben, fallen diese Fächer (abgesehen von Politik) weg und den größten Teil des Schultages nehmen nun die Lernfelder ein. „Lernfelder – was ist das denn?!“, dachte ich mir zuerst. Lernfelder sind auf unsere Ausbildung zugeschnittene Themenbereiche, die sich gegenseitig ergänzen und uns in den verschiedensten Bereichen theoretische Kenntnisse zu unserem Ausbildungsberuf bieten. Um sich ein bisschen mehr darunter vorstellen zu können, sind hier ein paar Beispiele anhand meines Stundenplans: Um 08:00 Uhr klingt es und der Schultag geht mit Lernfeld Acht los. Dieses dreht sich rund um Reiseleistungen für Privat- und Geschäftsreisen, also um die Organisation und Vermittlung von Tagungen, Messen und Geschäftsreisen, Reisewarnungen, Reiserichtlinien und die dahinter stehenden Dienstverträge. Um 09:30 Uhr ist erst mal Pause. Nach 20 Minuten geht es dann weiter mit Politik. Nach weiteren 90 Minuten haben wir wieder eine 20 minütige Pause. Bis zum Schulschluss um 15:05 Uhr folgen noch vier Unterrichtsstunden (inklusive einer weiteren Pause) mit den Lernfächern Sechs und Sieben.  Lernfeld Sieben dreht sich um die Vermittlung von Veranstalterreisen. Dabei lernen wir viel über die verschiedenen Reisearten (Badeurlaub, Cluburlaub, etc.) und erarbeiten die passenden Zielgebiete dazu. Lernfeld Sechs baut auf unsere Buchhaltungs- bzw. Rechnungswesen Kenntnisse aus dem ersten Schuljahr auf. Dabei lernen wir alles zu den Themen Kosten- und Leistungsbegriff, Kostenrechnungserstellung und vielem mehr.

Natürlich schreiben wir während unserer Zeit an der Berufsschule auch Klassenarbeiten. Je Fach und Lernfeld ca. drei bis vier Klausuren pro Schuljahr. Alternativ werden auch Referate als Ersatz gehalten. Diese sind mal größer und länger, mal kleiner und kürzer, mal kreativer, mal sachlicher – ja nach Fach, Lernfeld und Thema. Unter anderem zählen dazu, Unterrichtsstunden zu übernehmen und kreativ zu gestalten, eine Destination in einer Art Schauspiel vorzustellen oder aber auch die ganz klassische Power Point Präsentation über ein nachhaltiges Thema.

Hat man das Schuljahr im Sommer erfolgreich bestanden, bekommt man – na klar- ein Zeugnis überreicht. Jedoch nur einmal im Jahr. Ein Halbjahreszeugnis bekommen wir nicht. Das Zeugnis muss von unserer Ausbilderin und uns unterschrieben bei der Schule vorgezeigt werden. Aber erst mal sind Ferien! Die gibt es natürlich an der BBS auch. In den Frühling-, Sommer-, Herbst- und Winterferien haben wir, wie alle Schüler, keine Berufsschule und gehen dann dafür die Tage zur Arbeit.

Wenn die ersten Sommerferien vorüber sind, wird es zum ersten Mal für einige ernst. Die Zwischenprüfung, die für alle Azubis, die eine zweieinhalbjährige Ausbildung machen, im Herbst stattfindet, naht. Diese ist Bestandteil der schulischen Ausbildung und wird von der IHK (der Industrie- und Handelskammer) durchgeführt. Warum denn nun die IHK? Einfach, weil wir dort als Azubis gelistet und gemeldet sind und die Mitarbeiter dort mit den Zwischen- und Abschlussprüfungen der Azubis beauftragt sind.

Da ich die Zwischenprüfung gerade absolviert habe, wollte ich in diesem Beitrag auch kurz darauf eingehen. Nach dem üblichen Anmeldungsprozedere  und einer guten Vorbereitung kann die Prüfung auch schon kommen. Zusammen mit Azubis aus den verschiedensten Ausbildungsberufen ging es für mich dann um 11:00 Uhr los. Mit der Einladung, unseren Persos und dem Berichtsheft ausgestattet, standen wir vor dem Gebäude und waren startklar. Nach zwei Stunden schriftlicher Prüfung rund um die Lernfelder und Fächer, aber auch zu allgemeinen Themen der Ausbildung, wie beispielsweise Nachhaltigkeit und zum Tourismus war die Zeit vorüber und die Prüfung vorbei. Um 13:00 Uhr gingen wir mit einer Zwischenprüfung weniger auf dem Herzen und dem Wissen, dass wir ca. sechs Wochen später die Ergebnisse bekommen nach Hause.

Eine Woche später sitzen wir wieder im Klassenzimmer. Gelegentlich tauschen wir Azubis uns noch über die zurückliegende Zwischenprüfung aus. Doch jetzt heißt es für uns wieder Pausenklingel, Schulhof, Klassenarbeiten. Der Schulalltag hat uns wieder – und das ist auch gut so!

 
 Share on Google+   Share on Twitter   Share on Facebook
2 Kommentare  comments 

2 Antworten

  1. Für mich kommt eine Hotelausbildung auch in Frage. Deshalb finde ich solche Erfahrungsberichte immer sehr spannend, vielen Dank dafür!

  2. Mein Neffe geht auch auf die BBS Hannover. Doch leider bekomme ich nicht so viel von seiner Zeit dort mit da wir uns wenig sehen. Dein Text hat mir einen sehr guten Eindruck von dieser Zeit gegeben. Vielen Dank und viel Spaß noch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.