Alina

“Passenger evacuation!” – Mit den Flugbegleitern proben für den Ernstfall

Feuer löschen gehört auch zum Trainingsprogramm für FlugbegleiterPassenger evacuation! Passenger evacuation!“, so lautet das Kommando zur Einleitung einer Evakuierung in einem Flugzeug. Wieder einmal fand an zwei Tagen im Trainingscenter von TUIfly eine Recurrent-Schulung statt. Als Recurrent-Schulungen werden die jährlich stattfindenden Auffrischungsseminare bezeichnet, die alle Flugbegleiter und Piloten durchlaufen müssen um auf Notfälle an Bord vorbereitet zu sein. Diesmal darf ich die Schulung von der anderen Seite erleben und schlüpfe in die Rolle einer Flugbegleiterin.

Kurz zu mir: Seit letztem Jahr bin ich Auszubildende zur Bürokauffrau bei TUIfly und lerne viele unterschiedliche Bereiche kennen, die die Fluggesellschaft zu bieten hat. Ich bin zurzeit für 4 Monate in der Trainingsabteilung eingesetzt. Als Azubi hab ich dort viele Aufgaben, die mit den Schulungen und deren Vorbereitungen zu tun haben. Doch die kommenden zwei Tage ist das ein bisschen anders…

Die Tür des Flugzeug-Mockups funktioniert wie bei einem richtigen FlugzeugDer erste Tag des Recurrents startete mit dem Tür- und Kommandotraining auf unserem Mock-Up. Der Mock-Up ist ein originalgetreuer Nachbau der TUIfly Flugzeugkabine. Natürlich nicht in voller Länge, sondern nur der vordere Teil der Kabine. Um beim Tür- und Kommandotraining dabei zu sein, mussten wir uns vorher die ‘schicken’ Overalls überziehen. Die sollte jeder anhaben, da es am Hintern beim Rutschen sehr heiß werden kann ;). Im Anschluss nahmen wir an Bord Platz und die Anspannung war den Flugbegleitern ins Gesicht geschrieben, denn jetzt heißt es: EVAKUIEREN! Das ist der härteste Teil der ganzen Schulung erzählen mir meine Sitznachbarn im Mock-Up. Auch im Training nehmen alle die Situation sehr ernst und jeder evakuierte erfolgreich die Passagiere. Nun war ich an der Reihe! Bei den Kommandos fiel ich leider durch, jedoch habe ich mit dem Öffnen der Tür – das nicht so einfach ist wie es aussieht – und dem anschließenden Rutschen aus orginaler Flugzeughöhe punkten können. 8)

Witzig mit der Schutzmaske, aber auch ziemlich beengend!Nach einer kurzen Pause ging es dann wieder auf den Mock-Up und wir probten den Ernstfall: Feuer an Bord! Und ich sag euch, das ist echt kein Vergnügen wenn es an Bord brennt. Die Flugbegleiter und Piloten müssen sich in so einem Fall genau absprechen und die Aufgaben gut verteilen. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass die Kabine verraucht ist, die Gäste unruhig werden, die Brandursache gefunden und bekämpft werden muss und es unter der Oxycrew (Schutzmaske) sehr unbequem wird. Wie unbequem das werden kann, habe ich bei der Real Fire Fighting Übung kennen gelernt. Jeder musste mit der Oxycrew ein richtiges Feuer löschen. Ist wieder gar nicht so leicht wie es aussieht mit dem Teil!

Für den Nachmittag stand First Aid auf dem Unterrichtsplan. In diesem werden in jährlich wechselnden Themen die Flugbegleiter auf alle möglichen medizinischen Vorfälle an Bord vorbereitet. Von der einfachen Übelkeit bis zur Wiederbelebung.

Der zweite Tag ging’s dann an die Theorie. Es wurden einige Tests geschrieben und anschließend einige Themen rund um den Bereich ‘Sicherheit’ geschult. Die Flugbegleiter haben hier viele verschiedene interessante Erfahrungen und Situationen, die sie an Bord erlebt haben, mit in den Unterricht eingebracht – echt spannend. 🙂

Im Anschluss begann der letzte Punkt des Tages, das CRM (Crew Resource Management). Hierbei geht es um das Verhalten der Mitarbeiter im zwischenmenschlichen Bereich und auch viel um die Teamarbeit.

Mein Resümee: Super interessante zwei Tage mit tollen Einblicken! 🙂

 

So sieht übrigens eine Grundkursschulung bei uns aus, damit ihr euch das bildlich etwas besser vorstellen könnt…Bei der Recurrent-Schulung wird aber kein Schwimmtraining gemacht.

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