Julius

Zwischen Minirock und Burka – Eine Reise nach Afghanistan

Auberginen GerichtVor Kurzem ging es für mich mit der TUI nach Afghanistan! Nein, die TUI präsentierte kein neues Zielgebiet und ich war auch eigentlich nicht wirklich dort, viel gelernt habe ich dennoch.

Bis zu diesem Donnerstagnachmittag wusste ich, wenn ich ganz ehrlich bin, nämlich nicht viel über das Land. Klar, dass es politisch alles andere als stabil ist und es vor allem durch Taliban und al-Qaida als eines der gefährlichsten Länder der Welt gilt, bekommt man auch heute noch in den Medien mit. Wofür aber steht das Land sonst? Und was isst man dort?

Um diese Fragen zu beantworten, fand bei der TUI zum ersten Mal eine Veranstaltung mit dem Namen “Culture Cuisine” statt. Und unter den glücklichen ausgelosten 15 Teilnehmern war auch ich.

Am späten Nachmittag, nach einem langen Arbeitstag, trafen wir uns dann alle im Casino der TUI, wo auf einem Tisch schon einige Gewürze lagen. Während wir auf die noch fehlenden Mitarbeiter warteten, rochen wir schon einmal daran (interessant! :)).

Sama Safi vermittelt Eindrücke aus Afghanistan
Sama Safi vermittelt Eindrücke aus Afghanistan

Los ging es dann auch irgendwann, und zwar mit einigen Bildern von Afghanistan. Die wurden uns übrigens von Sama Safi präsentiert, einer gebürtigen Afghanin, die extra eingeladen wurde. Sehr erstaunlich war, dass wir hier gar nicht die aus dem Fernsehen bekannten kargen Landschaften des Hindukusch sahen, sondern viele fruchtbare Gärten, Parks, architektonisch wirklich schöne Gebäude und: lachende, junge Frauen in kurzen Röcken. Spätestens hier waren wohl alle etwas irritiert. Allzu bekannt waren doch allen eher Fotos von Burkas.

Die Erklärung dafür ist, dass die Bilder überwiegend aus den 70er- und 80er-Jahren stammen, einer Zeit, in der das alles in Afghanistan noch normal war. Erst in den 90ern wurde Afghanistan zunehmend islamischer regiert und viele Kriege (zum Beispiel mit Pakistan und auch unter verschiedenen Milizen) ebneten den Weg zu dem Bild, das die meisten heute von Afghanistan haben.

Frau Safi erzählte uns noch viele kleine Geschichten aus dem Land und auch aus ihrem Leben. Besonders faszinierend und berührend war die Geschichte von ihrer Flucht nach Deutschland. Wie dramatisch die war, wurde uns erst im Laufe des Abends bewusst, als wir Geschichten hörten von den umständlichsten Wegen über viele Grenzen und unzählige Länder bis nach Südostasien – und das ganze nur, um dann in Deutschland zu landen. Oder von einer afghanischen Familie, die in einem sowjetischen Panzer von einer Kontrolle nicht entdeckt werden wollte, wobei alles davon abhängt, dass ihre kleinen Kinder nicht anfangen, zu weinen.

Ganz schön überwältigt und schluckend wendeten wir uns dann aber einem schöneren Thema zu: In der Küche (wo sonst Gerichte für die Mittagspause gekocht werden), bereiteten wir ein afghanisches Abendessen zu. Zum Glück halfen uns dabei dann auch noch ein afghanischer Koch sowie der Küchenchef der TUI. Nach einem leckeren Joghurt-Drink gab es Lammfleisch mit Reis (der aber einen unglaublichen Geschmack hatte) und dazu einen Salat auf Tomaten-Zwiebel-Minz-Basis. Außerdem (man sieht es auf dem Foto oben) Auberginen in einer gar nicht mal so schwierig zu kochenden Soße. Mein Tipp des Abends: Probiert Aubergine mal geschält! Wirklich ganz anders und absolut empfehlenswert!

Hinter uns lag ein sehr informativer und unheimlich leckerer Abend. Afghanistan ist ein sehr interessantes Land mit einer vielseitigen Küche. Genau deshalb aß ich dann auch mehr als eine Portion und war froh, dass ich ausnahmsweise einmal nicht mit dem Fahrrad gekommen war 🙂

Eine abschließende Frage klärte Frau Safi dann auch noch: Lohnt es sich, einmal nach Afghanistan zu reisen? Unbedingt! Nur wohl eher nicht in der momentanen Situation.

Ich freue mich auf hoffentlich noch weitere Abende in dieser Reihe und vielleicht ja auch irgendwann einmal eine Reise nach Afghanistan…

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